Vom PGR zur Pfarreisynode

Gremien in der Katholischen Pfarrgemeinde St. Marien

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Vom Pfarrgemeinderat zur Pfarreisynode

Die Einrichtung von Pfarrgemeinderäten geht auf einen Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) zurück. Das Dekret Apostolicam actuositatem über das Apostolat der Laien regt die Einrichtung „beratender Gremien“ in den Pfarrgemeinden an. Nach dem II. Vatikanischen Konzil war die Frage, wie die Beschlüsse von dort im deutschsprachigen Raum umgesetzt werden. Von 1972 bis 1975 tagte in Würzburg die Synode der Deutschen Bistümer. Dort wurden die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils auf die Situation in Deutschland übertragen. Laien und Kleriker wollten in der Synode gemeinsam die Ideen des Konzils realisieren und auf die veränderte gesellschaftliche Situation reagieren. Zu den wesentlichen Elementen zählte eine stärkere Beteiligung der Gläubigen, nicht nur in der Liturgie, sondern auch in den Entscheidungsprozessen der katholischen Kirche. Ein wesentliches Element dafür sollte der neu konzipierte Pfarrgemeinderat sein, dessen Mitglieder fortan meist zu zwei Dritteln von allen Wahlberechtigten gewählt wurden.

In den vergangenen Jahren hat sich in vielen Pfarreien gezeigt, dass das Modell Pfarrgemeinderat nicht mehr den aktuellen Erfordernissen und Entwicklungen entspricht. Besonders nach den Gemeindefusionen in unserem Bistum wurden die Pfarreien so groß, dass es nicht mehr klar war, welche Aufgaben der Pfarrgemeinderat haben sollte. Hatte er sich in den kleineren Gemeinden um alle Aktivitäten vor Ort gekümmert, war dies für die großen Pfarreien so nicht mehr möglich. In der Folge entwickelten sich vor Ort oft Freundeskreise, aus denen dann im Zuge der Lokalen Kirchenentwicklung die „Lokalen Leitungsteams (LLT)“ oder „Teams gemeinsamer Verantwortung (TGV)“ wurden.

Zunehmend wurde es schwieriger, Menschen für die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat zu gewinnen, die sich dann für vier Jahre zur Mitarbeit wählen ließen.

Für die diesjährige Gremienwahl hat der Diözesanrat der Katholiken in unserem Bistum deshalb verschiedene Modelle für die Beteiligung der Laien vorgeschlagen. Diese reichen von einer Zusammenlegung von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand zu einem Pastoralrat über die Bildung eines Pfarrgemeinderates aus den Leitungsteams heraus.

Wir haben uns im Pfarrgemeinderat unserer Pfarrei lange darüber unterhalten und beschlossen, die neueste vorgeschlagene Möglichkeit anzustreben: die Bildung einer Pfarreisynode.

Diese Synode soll künftig mindestens einmal jährlich tagen und zwar jeweils am zweiten Sonntag im Februar. Der Termin für die erste Pfarreisynode ist also am Sonntag, dem 10. Februar 2019, in St. Marien. Dazu eingeladen werden alle Lokalen Leitungsteams, der Kirchenvorstand, die Mitarbeitenden des Pastoralteams, Vertreter/innen der Einrichtungen sowie Vertreter/innen aller aktiven Gruppen und Kreise der Pfarrei, insbesondere auch der muttersprachlichen Gemeinden. Im großen Kreis wollen wir gemeinsam überlegen, was im jeweiligen Jahr in unserer Pfarrei Thema sein soll. Daraus können dann Projekt- und Arbeitsgruppen entstehen.

Wir hoffen, eher Menschen für die zeitlich befristete projektorientierte Mitarbeit gewinnen zu können als für die verbindliche Mitarbeit in einem festen Gremium für mehrere Jahre. Und wir möchten ausdrücklich die Möglichkeit geben, dass viele aus unseren Gemeinden sich mit ihren Ideen und Gaben einbringen.

Ziel ist, wie es kürzlich jemand spontan formulierte: weniger Struktur – mehr Wirken des Geistes Gottes.

Carsten Menges

Dieser Text stammt aus unserem Gemeinde-Journal „Salz der Erde“ 3/2018, S. 19.