Schlaglichter
Grundsätzliche Texte rund um christlichen Glauben
Hier sollen Texte bzw. Medien rund um unseren christlichen Glauben eingestellt werden, die eher grundsätzlicher Natur sind. Dabei ist nicht an eine möglichst umfassende Sammlung gedacht, sondern die Texte werden gelegentlich ergänzt.
Papst Leo XIV. – Weltgewissen oder Kirchen-Manager (29. April 2026)
„Gott ist politisch“ – Interview mit Bischof Dr. Heiner Wilmer (5. April 2026)
Sie finden hier das „Interview der Woche“ im Deutschlandfunk (5. April 2026) mit Bischof Dr. Heiner Wilmer: „Das Evangelium Jesu Christi ist Politik pur“.
Dankesschreiben von Bischof Heiner an alle Gläubigen im Bistum Hildesheim (27. März 2026)
In einem Schreiben vom 27. März 2026 dankte Bischof Heiner anlässlich seiner Ernennung zum Bischof von Münster allen Gläubigen des Bistums Hildesheim. Aber lesen Sie selbst!
Statement von Bischof Dr. Heiner Wilmer zum Thema „Antisemitismus in Deutschland“ (2025)
Wenn Jüdinnen und Juden sich nicht trauen, überhaupt zu sagen, dass sie jüdisch sind – dann haben wir in Deutschland ein Problem mit Antisemitismus. Wenn Jüdinnen und Juden keine Kette mit Davidstern oder eine Kippa tragen können, ohne belästigt zu werden – dann haben wir in Deutschland ein Problem mit Antisemitismus. Wenn Menschen fürchten müssen, bedroht zu werden, weil sie im öffentlichen Raum Hebräisch sprechen – dann haben wir in Deutschland ein Problem mit Antisemitismus.
Wir haben in Deutschland ein Problem mit Antisemitismus!
Jüdische Einrichtungen und Gemeinden werden bedroht, Jüdinnen und Juden werden angegriffen. Oftmals sind Universitäten keine sicheren Orte mehr für jüdische Studierende. Israelische und jüdische Künstlerinnen und Künstler werden von Veranstaltungen ausgeladen, und israelische Produkte werden boykottiert. Viele Jüdinnen und Juden ziehen sich zurück, weil sie Angst haben. Sie versuchen, möglichst nicht aufzufallen und gleichsam unerkannt in unserer Gesellschaft zu leben.
Diese Entwicklung müssen wir stoppen!
Wir müssen dem erstarkenden Antisemitismus entschieden entgegentreten und auch jeder Politik der Ausgrenzung eine deutliche Absage erteilen. Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt kennen keine Ausnahme; sie gelten allen Menschen und machen unsere Gesellschaft menschlich. Das ist meine christliche wie demokratische Grundüberzeugung. Daher nehme ich den Anstieg an Hass und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden auch mit so großer Bestürzung wahr.
Als Kirche dürfen wir dazu nicht schweigen!
Wir wissen, dass der christliche Antijudaismus dem modernen Antisemitismus einen fruchtbaren Boden bereitet hat. Daher möchte ich klar sagen: Antisemitismus ist Sünde. Antisemitismus ist ein Angriff auf die Würde des Menschen. Antisemitismus zerstört unsere Gesellschaft. Das ist schon einmal geschehen. Das kann wieder geschehen. Es geschieht gerade.
Wir haben Verantwortung für das, was jetzt passiert!
Angesichts der wachsenden Zahl an Übergriffen auf Jüdinnen und Juden sowie auf jüdische Einrichtungen ist unser gemeinsames Engagement für ein friedliches und konstruktives Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen wichtiger denn je. Auch wir, Christinnen und Christen im Bistum Hildesheim, werden nicht nachlassen in unserem Eintreten für den Schutz jüdischer Gemeinden und im Kampf gegen Antisemitismus.
Das Miteinander steht auf dem Spiel!
Immer häufiger erleben wir, dass Ressentiments, Aggression und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden in Deutschland auch mit dem Verhalten der israelischen Regierung und dem Vorgehen des israelischen Militärs in Gaza begründet werden. Jüdinnen und Juden in Deutschland sind aber nicht für das Verhalten der israelischen Regierung verantwortlich. Genauso wenig sind Musliminnen und Muslime in Deutschland für den Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 verantwortlich, der diesem Krieg in Gaza vorausgegangen ist.
Wir müssen unsere Stimme erheben!
Fast zwei Jahre nach dem Überfall der Terrororganisation Hamas auf die Menschen im Süden Israels sind noch immer Geiseln entführt. Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Wir können ein umgehendes Ende dieses Krieges, eine Verbesserung der humanitären Situation in Gaza und die Freilassung der Geiseln fordern und tun dies auch. Den Nahostkonflikt und den Krieg in Gaza können wir hier in Niedersachsen aber nicht lösen. Sehr wohl allerdings können wir unsere Stimme erheben, wenn wir sehen, dass Jüdinnen und Juden beleidigt, diskriminiert oder schikaniert werden. Wir müssen unsere Stimme erheben!
#bischofwilmer #antisemitismus
15. September 2025
Bischof Dr. Heiner Willmer SCJ
Dieser Artikel stammt aus unserem Gemeinde-Journal „Salz der Erde“ 2025/3, S. 17.
Bischof Dr. Heiner Wilmer zum Hl. Jahr: „Hoffnung ist kein Zufall“ (2025)
Lateinische Messe oder Hl. Messe in Latein? (2025)
Über Jahrhunderte gab es in der Kirche vor allem eine gemeinsame Sprache: Latein.
Dabei war das nicht immer so. In den ersten christlichen Gemeinden rund ums Mittelmeer wurde vor allem Griechisch gesprochen. Deshalb ist auch das Neue Testament im Original in griechischer Sprache geschrieben und erst später in der „Vulgata“ vom Hl. Hieronymus ins Lateinische übersetzt worden.
Nachdem das Christentum von Kaiser Konstantin die Erlaubnis zur freien Religionsausübung erhalten hatte und später im römischen Reich quasi zur Staatsreligion geworden war, übernahm man auch in der Kirche die in Rom übliche Umgangssprache: Latein.
Über Jahrhunderte wurde diese Kirchensprache in der Liturgie verwendet, auch wenn die meisten Menschen sie nicht verstanden. Manche begründeten diese Tradition damit, dass auf dem Altar etwas geschieht, das unser Verstehen übersteigt.
Im Mittelalter gab es dann viele Unregelmäßigkeiten in der Feier der Liturgie. Viele Priester konnten gerade so viel Latein, dass sie die Hl. Messe „lesen“ konnten. U.a. dies kritisierte Martin Luther in seinen Thesen und forderte die Volkssprache als Liturgiesprache.
Das Konzil von Trient (1545-1563), das eine Antwort der katholischen Kirche auf die Reformation sein sollte, hat die Feier der Heiligen Messe dann komplett neu und verbindlich geregelt. Diese Form der „tridentinischen Messe“ wurde bis Ende der 1960er Jahre überall in der katholischen Kirche verbindlich gefeiert. So wurde u.a. auch die Einheit der Kirche verdeutlicht. Das Wort „katholisch“ = allumfassend, allgemein machte auch deutlich: Wohin Du auf der Welt auch kommst, überall wird in der gleichen Form die Hl. Messe gefeiert.
Bereits im 19. und 20. Jahrhundert gab es vermehrt Bemühungen um eine Reform der Liturgie, die von Papst Pius XII. und den ihm folgenden Päpsten aufgegriffen und umgesetzt wurden. Der Benediktiner Anselm Schott gab schon 1884 ein nach ihnen benanntes Gebetbuch heraus, das die Texte der Hl. Messe in lateinisch und deutsch gegenüberstellte, damit die Gläubigen verstehen konnten, was sich am Altar vollzieht.
In der Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ des II. Vatikanischen Konzils wurde der Grund für die Erarbeitung des 1969 veröffentlichten neuen „Missale Romanum“ gelegt. In der Folgezeit wurde dieses römische Messbuch in viele Sprachen übersetzt, sodass die Volkssprache künftig die übliche Liturgiesprache wurde. Es blieb aber die Möglichkeit, die neue Form der Heiligen Messe auch in lateinischer Sprache zu feiern.
Wo ist nun der Unterschied?
Die Form der „tridentinischen Messe“, die auch als „lateinische Messe“ bezeichnet wurde, hat ein grundlegend anderes Liturgieverständnis. Träger der Liturgie war allein der Priester, helfen durften ihm bestimmte liturgische Dienste. Sonst durfte niemand den Altarraum betreten. Alle Riten waren ganz genau festgelegt und mussten peinlichst genau eingehalten werden, um die Heiligkeit der Liturgie zu wahren. Der Priester stand mit dem Rücken zum Volk und sprach im Gebet mit Christus. Das alles vollzog sich in lateinischer Sprache und manchmal von einem Lettner abgetrennt, sodass das Volk nur Zuschauer war. An wichtigen Stellen hatten die Ministranten Klingelsignale zu geben, damit alle wussten, dass sich nun die Wandlung vollzieht.
Mit der Liturgiereform wurde das gesamte Volk Gottes zum Träger der Liturgie. Der Priester steht in der Hl. Messe und bei der Spendung der Sakramente stellvertretend für Christus „in persona Christi capitis“ der Liturgie vor. Das Volk Gottes ist aufgefordert, sich in verschiedenen Diensten und durch eine lebendige Mitfeier der Hl. Messe mit einzubringen.
In letzter Zeit wurde in unserer Gemeinde immer mal wieder angefragt, ob wir nicht von Zeit zu Zeit wieder eine Hl. Messe in lateinischer Sprache feiern können. Dies würde den vielen Gemeindemitgliedern aus anderen Ländern entgegenkommen und ein Zeichen der Einheit setzen, weil die Sprache oft noch als Barriere empfunden wird.
Wir werden diesen Vorschlag künftig aufgreifen, möchten aber vorab ein Missverständnis vermeiden: Wir werden in unserer Pfarrei weiterhin keine „lateinischen Messen“ im tridentinischen Ritus feiern. Diese sind in der Kirche ohnehin nur in Ausnahmefällen und durch speziell beauftragte Priester zugelassen.
Wir werden weiterhin die Hl. Messe in der uns vertrauten Form feiern. Die Lesungen werden dann weiterhin auf Deutsch verkündet, die Gebete können allerdings in lateinischen Sprache gesprochen werden. Die Antworten, die ja nicht mehr allen vertraut sind, werden wir in einem Textblatt abdrucken. Diese Form der Hl. Messe in lateinischer Sprache ist zunächst vor allem an einem Sonntagabend in St. Marien vorgesehen.
Also: Kein Rückfall in alte Zeiten und Traditionen, sondern ein Zeichen der Einheit und der Verbundenheit mit der Weltkirche!
Dieser Artikel stammt aus unserem Gemeinde-Journal „Salz der Erde“ 2025/3, S. 16.
„Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ (2024)
In den Vorräumen unserer Kirchen liegt die Erklärung der deutschen Bischöfe zu „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ aus. Nehmen Sie sich diese ruhig mit. Sie finden dieses Dokument online auch hier.
In einer Zeit, in der scheinbar versucht wird, menschenverachtende Sprache in der Politik zu „normalisieren“, braucht es Rückhalt und Sachargumente. Dazu ermutigen die Bischöfe: „Leisten wir alle Widerstand, wenn Menschenwürde und Menschenrechte in Gefahr geraten! Engagieren wir uns gemeinsam aktiv für die freiheitliche Demokratie!“
Dazu passt auch die Seite „Niedersachsen gegen Antisemitismus“, der sich unser Bistum hier angeschlossen hat.


