Das Marienmosaik

Ein kleiner Rundgang durch unserer Pfarrkirche St. Marien

Das „Marienmosaik“, ein Sgraffito über dem Eingang der St.-Marien-Kirche

Das Mosaik an der Außenwand – Der „Name“ der Kirche – verkündet im Bild

Dieses Bild schmückt die St.-Marien-Kirche seit ihrer Einweihung 1963. Eine schlanke, in Blau- und Grau-Tönen gekleidete Marienfigur steht auf einer braunen Kugel, vor der sich eine offensichtlich leblose, in verschiedenen Grau-Tönen gemusterte Schlange befindet. Über Marias Kopf erkennt man eine Taube.

Auf dem Arm hält Maria in einer fürsorglichen Geste, die einem Gebets-Gestus ähnelt, das in hellem Grau gekleidete Jesus-Kind, das seinen rechten Arm zum Segens-Gestus erhoben hat.

Beide Figuren, Maria und Jesus,

  • tragen einen Heiligenschein
  • schauen den Betrachter an
  • scheinen mit dem Betrachter zu sprechen.

Die gesamte Figur ist mit einem Mosaik aus goldfarbenen Plättchen umlegt, was ihr das Aussehen verleiht, als sei sie in einer Mandorla geborgen.

Exkurs: Die Mandorla

Man findet eine Mandorla (ital. für Mandel) meist bei Christus- und Marien-, bisweilen auch bei Heiligendarstellungen. Sind Gestalten aus der Bibel von einer Mandorla umgeben, so kann diese den bergenden Schutz Gottes symbolisieren.

Die Vorstellung vom thronenden Christus in der Mandorla entstand im Orient. Die Mandorla ist die Mandelbaumblüte, die als eine der ersten im Frühling aufbricht, ein Vorbote des neuen Lebens nach den Wintermonaten.

Jesus Christus gilt in dieser Deutung als die wunderbare neue Frucht, die aus dem Grab hervorbrach, ähnlich der süßen Mandel, die man aus der harten Schale bricht. Damit ist die Mandorla eine Analogie, die zum Symbol für die Herrschaft Jesu Christi über die ganze Welt wurde.

Zur Deutung des Marienbildes

Die hier vorfindliche Darstellung der Maria gehört zum Typ „Immaculata“, d.h. dass Maria als die verkündet wird, die selber ohne Erbsünde blieb und deshalb zum Erlösungswerk Jesu Christi beitragen konnte. Durch Maria ist Gott selbst in Jesus Christus in die Welt gekommen, der durch seinen Tod am Kreuz die Erbsünde getilgt, das Böse / den Tod besiegt und das Paradies wiederhergestellt hat; darauf verweist die leblose Schlange, die hier auch an die Erzählungen vom Paradies und vom Sündenfall oder auch der Vertreibung aus dem Paradies erinnert.

Maria wird als Gottesmutter dargestellt, die in der Kraft des Heiligen Geistes steht, worauf die Taube verweist, in der christlichen Kunst Symbol des Heiligen Geistes. Aus diesen Gründen steht Maria auf der Weltkugel.

Links und rechts von Maria sind Blätter zu sehen, Teile des Kirchenfensters hinter der Orgel. Sie deuten einen Lebensbaum an und verkünden, dass durch Jesus Christus neues Leben in die Welt gekommen ist.

Bilder des „Marienmosaiks“ finden Sie hier.

Das „Marienmosaik“, ein Sgraffito über dem Eingang der St.-Marien-Kirche

Das „Marienmosaik“, ein Sgraffito über dem Eingang der St.-Marien-Kirche, Teilaufnahme

Das „Marienmosaik“, ein Sgraffito über dem Eingang der St.-Marien-Kirche, Teilaufnahme

Das „Marienmosaik“, ein Sgraffito über dem Eingang der St.-Marien-Kirche, Teilaufnahme