Projekt Kirchenentwicklung

Schritte zur Entwicklung einer Gemeinde seit der Neugründung der Gemeinde 2004

Die katholische Pfarrgemeinde St. Marien Lüneburg wurde am 1. August 2004 neu gegründet als Zusammenschluss der dahin selbstständigen Kirchengemeinden

Seit 2004 gibt es einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat und einen Kirchenvorstand, der für alle Kirchorte verantwortlich ist.

Trotz der formellen Neugründung der Pfarrei stellte sich bald die Frage, wie die künftige Identität der neuen Kirchengemeinde und das Miteinander der Kirchorte aussehen könnte.

Im Februar 2009 trafen sich Haupt- und Ehrenamtliche zu einem Zukunftstag, bei dem ein Blick auf die zurückliegende Entwicklung, den Ist-Stand und Herausforderungen für die Zukunft geworfen wurde.

Unklar blieb aber, wie mit diesen Erkenntnissen umgegangen und weitergearbeitet werden sollte.

Aus diesem Grund entschied sich der Pfarrgemeinderat, das Institut für natürliche Gemeindeentwicklung (NGE) als Berater hinzuzuziehen. Die Idee der natürlichen Gemeindeentwicklung hat durch Untersuchung vieler Gemeinden weltweit, die (qualitativ und zahlenmäßig) wachsen, festgestellt, dass diese Gemeinden acht Qualitätsmerkmale gemeinsam haben.

Daraus wurde ein Fragebogen entwickelt, den wir von 100 Gemeindemitgliedern haben ausfüllen lassen. Ergebnis war ein Gemeindeprofil für unsere Kirchengemeinde. Einen relativ hohen Wert erreicht bei uns die „gabenorientierte Mitarbeiterschaft“, den Minimum-Faktor bildet die „leidenschaftliche Spiritualität“.

Entwicklungsschritte

Als erster Entwicklungs-Schritt wurde im September 2010 ein Impulstag Spiritualität angeboten. Dort stellte unser Gemeindeberater Oliver Schippers neun verschiedene Stile der Spiritualität vor. Eine Erkenntnis war, dass es nicht den „typisch katholischen“ Stil gibt, sondern dass alle Stile sich gegenseitig ergänzen und bereichern. Auch war es für viele eine sehr positive Erfahrung, wie offen man über den persönlichen Glauben sprechen konnte.

Die verschiedenen Stile wurden dann in der Adventszeit 2010 und der Fastenzeit 2011 in Predigtreihen näher vorgestellt. Einige dieser Predigten finden Sie hier:

Der zweite Schritt auf dem Weg der Gemeindeentwicklung waren Perspektivtage an allen vier Kirchorten im März 2011. Dort ging es um die Herausforderungen für den jeweiligen Kirchort, sowie für die Gesamtgemeinde und die Frage, was der Kirchort in die Gesamtgemeinde einbringen kann und welche Projekte vor Ort kurzfristig umgesetzt werden könnten.

Die Ergebnisse der Perspektivtage finden Sie hier:

Am 17./18. September 2011 fand als dritter Schritt eine große Zukunftskonferenz unserer Gemeinde statt, an der Hauptamtliche, Vertreter/innen der Gremien und der kirchlichen Einrichtungen sowie interessierte Gemeindemitglieder teilnahmen.

Die Ergebnisse dieser Konferenz finden Sie hier:

Bei einem weiteren Treffen am 4. Juli 2012 waren alle Teilnehmer der Zukunftskonferenz und weitere Interessierte wieder eingeladen, die Entwicklung anzuschauen und weitere Schritte zu vereinbaren.

Die Ergebnisse dieses Treffens finden Sie hier:

Im Mai und Juni 2012 wurde ein neues Gemeindeprofil erstellt, zu dessen Vorstellung alle Interessierten am 12. September 2012 eingeladen waren. Fortschritte gegenüber 2009 und weitere Entwicklungsschritte waren Themen des Abends.

Am 18.11. und am 2.12.2013 fand in St. Marien das Seminar „Mein Charisma entdecken – Gabenfindung als Baustein zur Entwicklung von Kirche“ statt.

Bereits im ersten christlichen Jahrhundert ermunterte der Apostel Paulus die Christen in den neu gegründeten Gemeinden, die in der Taufe vom Heiligen Geist geschenkten Gaben wahrzunehmen und zum Guten aller einzusetzen.

In dem Gabenseminar lernte man an zwei bis drei Abenden ein erprobtes Konzept kennen, das helfen kann, den eigenen Neigungen und Begabungen auf die Spur zu kommen, und unternahm dazu eine persönliche Standortanalyse in drei Schritten:

  • Die eigenen Neigungen, Interessen, vielleicht brachliegenden Träume neu bewusst machen.
  • Klarheit gewinnen über die eigenen Stärken und Schwächen und den individuellen Persönlichkeitsstil.
  • Die von Gott geschenkten Gaben bei sich selbst und bei anderen entdecken.

Hier einige Teilnehmerstimmen von diesem Seminar:

„Auf vielfältige Weise setzten wir uns mit dem Thema ‚Persönliche Gaben‘ auseinander und wie wir diese entdecken, leben und einsetzen können. Obwohl ich mich vorher bereits intensiv mit der Thematik beschäftigt hatte, erhielt ich viele neue Impulse, die für so manches Aha-Erlebnis sorgten. Jetzt weiß ich sicher, wo noch Möglichkeiten der Entfaltung liegen. Es hat mir viel Freude gemacht teilzunehmen und ich würde es wieder tun.“ M.B.

„Ich möchte meine Freude im Glauben, die ich durch ‚Gotteserfahrungen‘ geschenkt bekommen habe gerne weitergeben an andere Menschen. Ich habe eine ganz andere Sicht auf mein Leben durch diese intensive Erfahrung bekommen. Alles ist SEINE Gnade und Gabe! Und mein Herz ist so voll davon, dass ich es einfach nicht nur für mich behalten kann. Ich muss und will Zeugnis davon geben, von dem Gott der alles Leben schenkt und will andere dazu führen, Gott dafür unendlich zu danken und eben solche Freude am Glauben zu erfahren. Ich bitte Gott auch immer um Mut, neue Menschen in unserer Gemeinde, die ich wahrnehme, anzusprechen und in die Lobpreisgruppe einzuladen. Schon so einige waren sehr dankbar eine ‚Zugehörigkeit‘ zu erfahren, die sich sonst sehr verloren in der großen Gemeinde vorkommen. Ich habe durch das Seminar eine Bestätigung meines Tuns erfahren. Dafür herzlichen Dank.“ C.K.

„Als Anregung: Ich könnte mir das Gabenseminar gut als festen Bestandteil des Kirchenjahres nach Ostern vorstellen. Gerade für Neugetaufte wäre das ein perfekter Anknüpfungspunkt nach dem Taufkurs und der Taufe, um sich Tätigkeitsfelder für das eigene Engagement zu suchen und zu finden. Meine persönlichen Erfahrungen zeigen, dass die Neugetauften bzw. Konvertiten darauf brennen, sich einzubringen, aber häufig nach der Taufe in ein ‚Loch‘ fallen, weil die Orientierung, der weitere Weg fehlt. Das könnte ein zeitnahes Gabenseminar vermeiden.“ S.T.

Wenn Sie Interesse an einem solchen Seminar haben, melden Sie sich bitte bei Diakon Blankenburg: Tel. 60 30 913.

Das Bistum plant für die Zukunft die Initiierung lokaler Leitungsteams. „Die Einsetzung von lokalen Leitungsteams ist Ausdruck des Paradigmenwechsels, der in den Prozessen lokaler Kirchenentwicklung angestrebt ist. Er ist keine Sonderlösung, sondern Standard künftiger Kirchenentwicklung im Bistum Hildesheim.“ So heißt es im jüngst erschienenen Zwischenbericht „Gemeinsame Verantwortung in lokalen Gemeinden der Pfarreien“.

Diese lokalen Leitungsteams werden getragen von engagierten Getauften. Sie sind sich ihrer Taufwürde bewusst. Sie verstehen ihr Handeln im Licht des Evangeliums. Sie wissen um ihre verschiedenartigen Charismen als Gaben des Geistes und sie sind bereit, ihre Gaben zum Wohl der Kirche und der Menschen vor Ort einzusetzen.

Diese Teams brauchen eine fachliche und spirituelle Stärkung für ihren Dienst. Das Bistum hat sich von daher zum Ziel gesetzt, dass ab 2015 in jedem Dekanat ortsnah Schulungen und Begleitungen für die lokalen Leitungsteams angeboten werden.